Der Baustein der Balance

Von Stellen, die nur Yoga erreicht.

Jemand hat einmal gesagt: „Yoga erreicht Stellen, da kommt Motivation gar nicht hin.“ Für jemanden, der Leukämie hat wie Silke, kann es deshalb nur richtig sein, diese Stellen zu finden. Um alle Kraft und Energie gegen den Krebs zu sammeln. Dabei geht es um seelische Balance – aber auch ganz direkt um die Milz. In jedem Falle ist Silke soweit, dem „bissigen Hund“ der Leukämie sehr flexibel in den Hintern zu treten. Dank Willy! Aber seht selbst…

 

Was Silke sagt:

Guten Morgen aus Bali. Schön, dass Ihr da seid. Und schön, dass ihr bleibt.

Heute möchte ich euch gerne einen weiteren Baustein, einen wichtigen Baustein meiner Heilung näher bringen. Dabei muss ich echt ein bisschen lächeln oder sogar lachen, denn wenn mir das jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dann hätte ich gesagt: ‘Das ist gar nicht meine Welt!’ Und dabei handelt das sich um das Thema ‘Yoga’. Ich war in der Zeit, in der ich noch nicht wusste, dass ich so schwer erkrankt bin, der Anti-Yoga-Mensch schlechthin. Ich fand das alles so einen Riesen-Hype und konnte das gar nicht wirklich nachvollziehen. Und als ich dann meine Heilung hier auf Bali begann, kam ein Heiler dazu, mir diese Hausaufgabe zu geben: ‘Ab sofort bitte täglich Yoga, um in Balance zu kommen.’ Und ich dachte ‘Wow – Okay, dann kommt es doch auf mich zu!’  Klicke auf den kleinen Pfeil, um weiterzulesen      

Und dann habe ich einen guten Bekannten aus Bali gefragt, ob er jemanden kennt und er rief eine Freundin an: Willy. Wie unser deutscher Willi, nur mit Ypsilon am Ende. Mittlerweile ist Willy auch meine Freundin und ich habe mit ihr alleine in den ersten drei Monaten 57 Stunden verbracht. Sie hat mich erst mal ganz leicht an das Yoga herangeführt und so haben wir dann jeden Abend zwischen fünf und sechs Yoga gemacht – mit Blick auf den Indischen Ozean Damals habe ich noch in einer Wohnung direkt am Indischen Ozean gelebt. Heute lebe ich 200 Meter entfernt vom Ozean, mitten im Grünen unter Palmen und habe ein kleines Häuschen.

Jetzt kommt Willy immer morgens zu mir und wir machen ab 10 Uhr Yoga – nach meiner Akupressur, einem kleinen Früchte-Frühstück und ein bisschen Pause. Dann mache ich eine Stunde Yoga mit Willy – die Art des Yoga beschreibe ich euch nachher nochmal explizit. Yoga ist in diesem Falle – was mich betrifft – in vieler Hinsicht unfassbar wichtig. Es ist für meinen Geist unheimlich wichtig, um in Balance zu kommen und um mich wirklich auf mich selber zu konzentrieren. Und in dieser Zeit, in der ich Yoga mache, bin ich wirklich voll und ganz nur bei mir, um einfach die Balance zu halten. Und dann ist es unfassbar wichtig für meinen Körper, um dieses Gleichgewicht von rechts und links wieder herzustellen. Eines meiner Symptome der Leukämie ist meine 19 cm große Milz, die normalerweise nur maximal elf Zentimeter groß sein sollte. Meine ist 19 cm und legt sich quer über meinen Magen zu der Leber. Das nennt man ‘Kissing Symptom’, das heißt meine Milz ‘küsst’ meine Leber. Das ist nicht so häufig, aber ich habe es. Und diese Drehbewegungen, die man eben auch beim Yoga macht, sind auch für meine Milz unfassbar wichtig, damit sie einfach in Bewegung bleibt, damit alle Organe in Bewegung bleiben und ausbalanciert werden. Es gibt ein komplett neues Körpergefühl. Und eine wunderschöne Nebenwirkung hat es auch noch: Yoga formt den Körper. Auch, wenn man den Fokus darauf gar nicht gelegt hat – dass man jetzt eine besonders schöne Figur haben will – sondern, dass man einfach gesund werden will, dann fällt einem das auch erst einmal gar nicht so auf, bis man irgendwann vom Spiegel steht und denkt: ‘Da hab ich doch viele Jahre ganz andere Dinge trainiert, damit dies und jenes entsteht. Und auf einmal kommt es von ganz alleine durch Yoga.’ Yoga formt einfach den Körper wunderbar. Mir dient es natürlich in der Hauptsache, um gesund zu werden und nicht weiter zu erkranken bzw. meine Symptome nicht weiter aufflackern zu lassen. Ehrlich gesagt, ist Yoga mit der allerwichtigste Baustein in der Geschichte, den ich selber dazu beitragen kann und auch meine Selbstheilung dadurch unterstützen kann.

So, nun möchte ich euch Willy noch weiter vorstellen: Willy ist 42 Jahre alt, kommt aus Bali und ist Mutter von zwei Kindern. Sie ist Yoga-Lehrerin und hat mehrere Gruppen auf Bali. Willy ist einer meiner Sonnenscheine in meinem Leben. Wir haben neben den vielen Yoga-Stunden miteinander mindestens auch ebenso viele Stunden miteinander gesprochen. Dabei haben wir – und das finde ich das Schöne – das Westliche und das Östliche zusammengebracht und viel voneinander gelernt. Das wünsche ich mir auch von diesem Blog immer wieder – dass wir im Westlichen mehr das Östliche annehmen und natürlich auch umgekehrt. Dass wir, wenn wir hier nach Bali kommen, auch den Menschen hier etwas von uns geben können, was auch sie bereichert. Deswegen finde ich es einfach schön, ein bisschen als Brücke dienen zu dürfen zwischen dem Westlichen und dem Östlichen. Sowohl, was die Medizin angeht und diese auch mit der Naturmedizin zu verbinden, als auch wie z. Bsp. das Yoga nochmal von einer anderen Seite zu beleuchten. Und um das noch einmal deutlich zu sagen: Yoga ist auch eine natürliche Medizin für den Geist, für den Körper und für die Seele. So, und anbei seht ihr noch ein paar Bilder von Willy und unserer Yoga-Stunde.

Jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen Tag, wo immer ihr und wo immer ihr mich hört. Vielen, vielen Dank wieder für die schönen Nachrichten, die mich erreichen und die mir echt guttun. Und alles, alles Liebe bis nächste Woche. Nächste Woche werde ich euch meine einzelnen Produkte der ayurvedischen Mittel vorstellen, die ich jeden Tag nehme. Also macht euch bereit, denn es sind mehr als verschiedene 50 Kapseln! Also, bis dahin alles Liebe, ich grüße euch. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr bleibt. Ich bleibe auch.” 

 

 

 

Yoga lächelnd unter Palmen. Typisch Leukämie.

Hier kommentiert Jörg.

 

Kürzlich habe ich jemandem dieses Blog gezeigt, der hat erst einmal „Och schön“ gesagt. Und vielleicht ist es ja das, was manchen von Euch da draußen auch passiert: Man vergisst, dass da Silke nicht aus dem Urlaubsclub hübsche Bilder schickt, die den Freundeskreis ein wenig neidisch machen sollen. Leider nicht. Denn keiner ist neidisch auf unheilbare Leukämie.

Uff, Dämpfer. Muss das jetzt sein nach Silkes entspanntem Bericht vom Yoga? Musst Du jetzt deswegen im wahrsten Sinne des Wortes todtraurig sein? Musst Du Dir das überhaupt antun?

 

Ziemlich unangenehme Fragen. Aber mit angenehmen Antworten: Nein, das ist kein Mitleids-Blog. Es ist eine Motivation für alle, die schwer erkrankt sind und die entweder schon so weit sind, den Kampf aufzunehmen – oder einen ähnlichen Weg für sich gehen wollen. Und es ist eine Art seelische Vorsorge für alle, die so etwas treffen könnte. Also für alle. Also auch für Dich. Dem Tod ins Auge zu blicken und den Kampf aufzunehmen, will nämlich gelernt sein. Und die ganz besondere Auseinandersetzung mit dem Jenseits erst recht. Dazu werden wir in den nächsten Wochen noch viel zu sagen haben.

 

Aufmerksame Zuhörer und Leser haben auch schon mitbekommen, dass es in den nächsten Monaten darum gehen wird, ein Heilzentrum auf Bali zu errichten. Ein Zentrum, dass Silkes individuell gewählten Weg für viele andere viel leichter zugänglich machen soll. Jeder, der dazu Fragen oder Anregungen hat, darf sich gerne melden. Und sofern wir schon konkrete Auskünfte geben können, werden wir das auch tun.

Das alles klingt nun hoffentlich alles andere als traurig und verzweifelt. Und für Dich ist es vielleicht eine schöne Motivation, eine Runde Yoga zu machen. Denn wie heißt es so schön: Yoga empfiehlt sich an allen Tagen, die mit „g“ enden. Und mittwochs.

 

Hier findet ihr einige Informationen über die Art des Yoga, das Silke macht: https://www.asanayoga.de/blog/hatha-yoga/

Macht Ihr auch Yoga? Welche Erfahrungen habt ihr?

 

 

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